Die Vorzüge der Muhâdjirûn und Ansâr

Dank und Lob gebühren Allâh, dem Allmächtigen, dem Schöpfer aller Dinge und Erhabenen über alle Eigenschaften der Geschöpfe. Wir danken Ihm dafür, dass wir Muslime sind und der Gemeinschaft des besten und letzten Gesandten Gottes Muhammad ﷺ angehören. Sodann Diener Gottes, ich ermahne euch und mich zur Rechtschaffenheit, denn derjenige, der Gott gegenüber gehorsam ist, gehört zu den Rechtschaffenen und Glückseligen.

Allâhu Ta^âlâ sagt in der Sûrah at-Tawbah, Âyah 100:

﴾وَٱلسَّٰبِقُونَ ٱلأَوَّلُونَ مِنَ ٱلمُهَٰجِرِينَ وَٱلأَنصَارِ وَٱلَّذِينَ ٱتَّبَعُوهُم بِإِحسَٰن رَّضِيَ ٱللَّهُ عَنهُم وَرَضُواْ عَنهُ﴿  

Die Bedeutung lautet: Die vorangegangenen Ersten der Muhâdjirûn und Ansârsowie diejenigen Muhâdjirûn und Ansâr, die ihnen auf vollkommene Weise folgten, ihnen wurde die Liebe Gottes zuteil und sie lieben die Gaben, die Allâh ihnen auf der Welt und im Jenseits beschert.

Die Muhâdjirûn waren diejenigen Muslime aus Makkah, die aus Liebe zu Allâh nach al-Madînah auswanderten. Sie verließen Makkah und wanderten aus, weil es zur damaligen Zeit Pflicht war, nach al-Madînah auszuwandern, wenn man in der Lage dazu war.

Die Ansâr waren die Bewohner von al-Madînah, die in den Islam eintraten und zur Verbreitung des Islam beitrugen.

In einer Aussage, die von Sa^îd Ibn Zayd überliefert wurde, sagte der Prophet Muhammad ﷺ:

“أبو بكرٍ في الجنةِ وعُمَرُ في الجنَّةِ وَعُثْمانُ في الجنَّةِ وعليٌّ في الجنةِ وطلحَةُ بنُ عُبَيْدِ اللهِ في الجنةِ والزُّبَيْرُ بنُ العَوَّامِ في الجنةِ وأبو عُبَيْدَةَ عامِرُ بنُ الجرَّاحِ في الجنَّةِ وسعدُ بنُ أبي وَقَّاص في الجنةِ وَسعيدُ بنُ زيدٍ في الجنةِ وعبدُ الرحمنِ بنُ عوفٍ في الجنةِ”.

Die Bedeutung lautet: Abû Bakr kommt ins Paradies, ^Umar kommt ins Paradies, ^Uthmân kommt ins Paradies, ^Aliyy kommt ins Paradies, TalhahIbn ^Ubaydi l-Lâh kommt ins Paradies, Zubayr Ibnu l-^Awwâm kommt ins Paradies, Abû ^Ubaydah^Âmir Ibnu l-Djarrâh – kommt ins Paradies, Sa^d Ibn Abî Waqqâs kommt ins Paradies, Sa^îd Ibn Zayd kommt ins Paradies und ^Abdu r-Rahmân Ibn ^Awf kommt ins Paradies.

Aus diesem Hadith entnimmt man, dass diese zehn aufgezählten Männer, die zu denjenigen gehören, die zuerst nach al-Madînah auswanderten, zu den besten Gefährten des Propheten Muhammad ﷺ gehören.

Der Gesandte Gottes ﷺ hat sie in einer einzigen Sitzung aufgezählt und teilte mit, dass sie ins Paradies kommen werden.

Nach diesen erwähnten Zehn gibt es eine ganze Reihe von Muhâdjirûn, die einen hohen Rang bei Allâh haben.

Allâh, der Erhabene, berichtet im edlen Qur’ân, dass Seine Liebe diesen Menschen zuteilwurde. Derjenige, über den Allâh berichtet, dass Seine Liebe ihm zuteilgeworden ist und somit einen hohen Rang bei Allâh hat, der wird nicht in Ungnade fallen.

Derjenige, der behauptet, dass jemand, für den Allâh im Qur’ân bestätigt hat, dass die Liebe Gottes ihm zuteilgeworden ist, nach dem Tod des Propheten Muhammad ﷺ in Ungnade gefallen wäre, der widerspricht dem Qur’ân. Allâh ist allwissend, Er weiß, was geschah und was geschehen wird. All diejenigen, die zu den ersten der Muhâdjirûn gehören, haben einen hohen Rang bei Allâh. Und jeder, der das Gegenteil behauptet, weicht von der Wahrheit ab.

Die erwähnten Zehn, die von Makkah nach al-Madînah auswanderten, gehören zu den Muhâdjirûn. Sie wanderten aus Liebe zu Gott und Seinem Propheten ﷺ aus. Allâh hat die Muhâdjirûn im edlen Qur’ân gelobt. Die Ansâr werden im edlen Qur´ân ebenfalls gelobt. Diese bewohnten al-Madînah al-Munawwarah, traten in den Islam ein und trugen zu dessen Verbreitung immens bei. Und weil Allâh sie im Qur’ân gelobt hat, darf man nicht behaupten, dass einer von ihnen vom rechten Weg abgekommen wäre. Würde einer von ihnen nach dem Tod des Propheten Muhammad ﷺ vom rechten Weg abgekommen sein, so hätte Allâh sie nicht gelobt.

Allâh hat diese Muhâdjirûn und Ansâr gelobt und das bedeutet, dass sie bis zum Tod gottgehorsame Muslime waren. Folglich widerspricht jeder, der sie hasst, dem edlen Qur’ân.

Dieses Lob ist eine Bestätigung ihres hohen Ranges, der ihnen nicht mehr aberkannt wird. „Ahlu l-Bayt“ (die gläubigen Angehörigen des Propheten ﷺ) – ^Aliyy, al-^Abbâs und seine zehn Kinder – befanden sich ebenfalls unter diesen Muslimen. Sie alle beteten hinter den drei Kalifen – Abû Bakr, ^Umar und ^Uthmân.

Niemand von „Ahlu l-Bayt“ war dagegen, hinter einem der genannten Kalifen zu beten. Hätten „Ahlu l-Bayt“ die Kalifen nicht wirklich geliebt, so hätten sie nicht hinter ihnen gebetet.

Und hätten sie die drei Kalifen nicht wirklich aufrichtig geliebt, so hätte ^Aliyyseinen neugeborenen Kindern nicht die Namen der Kalifen gegeben. Einen seiner Söhne nannte er Abû Bakr, einen anderen ^Umar, einen weiteren nannte er den großen ^Uthmân und einen anderen den kleinen ^Uthmân. Al-Husayn, Sohn von ^Aliyy, hatte einen Sohn, den er Abû Bakr nannte. Dieser wurde zusammen mit seinem Vater al-Husayn in Karbalâ’ getötet. Hätten sie Abû Bakrnicht aufrichtig geliebt, hätten sie ihre Kinder dann nach ihm benannt?!

Außerdem hat ^Aliyy seine Tochter Ummu Kulthûm, die Tochter von Fâtimah, Schwester von al-Hasan und al-Husayn, mit ^Umar Ibn al-Khattab in der Zeit seines Kalifats verheiratet.

^Umar Ibn al-Khattab heiratete Ummu Kulthûm, um durch ihre Abstammung mütterlicherseits Segen zu erlangen.

Hätte ^Aliyy ^Umar gehasst, so hätte er ihm seine Tochter nicht zur Frau gegeben. Dies sollte Beweis genug dafür sein, dass ^Aliyy sowohl ^Umar als auch Abû Bakr geliebt hat. Die Heirat zwischen ^Umar und Ummu Kulthûm beweist, dass ^Aliyy mit dem Kalifat von ^Umar und mit dem, der ihn zum Kalifen wählte, zufrieden war.

Derjenige, der das Verhalten der Gefährten mit Bedacht betrachtet, wird mit absoluter Gewissheit schlussfolgern können, dass Ahlu l-Bayt (die muslimischen Angehörigen des Propheten ﷺ) Ahlu s-Sunnah geliebt haben und dass sie gewiss die Glaubenslehre von „Ahlu s-Sunnah wal-Djamâ^ah“ hatten.

Ein weiterer Beweis dafür, dass die muslimischen Angehörigen des Propheten Muhammad ﷺ die Kalifen (Abû Bakr, ^Umar, ^Uthmân) geliebt haben, ist die Geschichte von der Gefährtin Asmâ’ Bintu ^Umays, die mit Dja^far at-Tayyârverheiratet war.

Asmâ’ bekam einen Sohn von Dja^far und gab ihm den Namen Muhammad. Später heiratete sie Abû Bakr und bekam von ihm einen Sohn, den sie ebenfalls Muhammad nannte. Nachdem auch Abû Bakr starb, heiratete sie ^Aliyy. Asch-Scha^biyy überlieferte Folgendes: Die beiden Söhne sagten in der Gegenwart von ^Aliyy jeweils stolz zueinander ‚Ich habe den vorzüglicheren Vater‘. Daraufhin sagte ^Aliyy zu Asmâ´ ‚Urteile du zwischen beiden‘. Asmâ’ sagte dann ‚Ich habe noch nie einen jungen Mann gesehen, der freigiebiger war als Dja^far;und habe noch nie einen älteren Mann gesehen, der freigiebiger war als Abû Bakr.

Daraufhin sagte ^Aliyy zu Asmâ’: Was hast du für mich übrig gelassen?!

Schaut euch diese Aufrichtigkeit an, die ^Aliyy dem Gefährten Abû Bakr sogar nach seinem Tod entgegengebracht hat. Wie war es dann zu seinen Lebzeiten?!

Diese Begebenheit beweist, dass ^Aliyy Abû Bakr aufrichtig geliebt hat. Wenn er Hass gegen Abû Bakr gehegt hätte, so wäre er zornig geworden, als Asmâ’ sagte: “Und ich habe noch nie einen älteren Mann gesehen, der freigiebiger war als Abû Bakr.“ Stattdessen sagte er: “Was hast du für mich übrig gelassen?!“

Niemand wird je die Stufe der Rechtschaffenen erreichen, solange er Hass gegen einen der genannten drei Kalifen im Herzen empfindet, ganz gleich wie viele gute Taten er auch verrichten mag. Lob und Preis gebühren Gott, dem Schöpfer des Universums.

Dies dazu und ich bitte Allâh um Vergebung für euch und mich.